Mysterienspiel: Der Staumbaum Jesu

von Alfred Kleiner

Chor, Jnstrumentalisten und Darsteller wagten eine Zeitreise von Abraham bis zu Maria und Josef und
die bewegte Geschichte um die Ahnenreihe, dargestellt als lebendige Figuren, zog das Publikum in seinen
Bann. Die Sänger, Musiker und Spieler aus dem Pfarrverband und der Umgebung wuchsen über sich
hinaus und die Besucher ließen sich verzaubern und miteißen von den anspruchsvollen Aufführungen.
Erstaunlich, was der musikalische Gesamtleiter Stephan Tinnes und Regisseurin Kerstin Niedermeier aus
den Laienschauspielern und dem extra gebildeten Projektchor mit Orchester alles herausholten.
Feierliche und machtvolle Klänge sowie neue und vertraute Lieder in schöpferischer Interpretation
erfüllten den Kirchenraum. Auch die Darsteller meisterten die große Herausforderung mit Bravour. Alle
miteinander wurden mit minutenlangem Beifall für das großartige Gemeinschaftswerk und Kultur-
Highlight belohnt. Pfaner Iosef Kaiser sprach in seinem Grußwort von einem Adventsingen der anderen Art- und dankte
allen Beteiligten. Das gewaltige Werk um die Herkunft Jesu nach dem Evangelisten Matthäus sei etwas
ganz Besonderes, ein echtes Geschenk in der Adventszeit und die passende Einstimmung auf
Weihnachten. Die Spieler erforschen den Stammbaum Jesu und kommen zurück bis zum Urvater Abraham, aus
bloßen Namen werden Lebensgeschichten, die vom Wirken Gottes erzählen. Exemplarisch treten einige
Personen aus der Ahnenreihe Jesu auf, so etwa Abraham (Albert Huber), David (Andreas Dorfner) und
König Ahas (Toni Kowatsch), außerdem der Prophet Jesaja (Dr. Albert Dietl), ein Engel (EIke Pleininger),
der Evangelist Matthäus (Jürgen Freiheit) sowie Maria und Josef (Dorothea Dötter und Markus Gander) im
Wortsinn aus dem Dunkeln ins Licht.
Im Widerspruch zur orientalischen Tradition, die nur Männemamen enthält, kommen in der
Ahnenreihe auch vier Frauen vor: Tamar (Beatrix Kowatsch), Rahab (Hannelore Sperling), Rut (Martha
Eisensamer) und Batseba (Gertraud Hansbauer), Außenseiterinnen und Fremde, eine kinderlose Witwe,
eine Dirne und eine Ehebrecherin: Es geht um allzu Menschliches, Süindiges. Aber aus einer Geschichte
des Unheils wird eine Geschichte des Heils; so nehmen diese Frauen einen würdigen Platz im Stammbaum
Jesu ein.
Es war ein ermutigendes, tröstliches Spiel und ein großartiges Gemeinschaftswerk unter der
Hauptorganisation von Maria Schoeber. Der Projektchor unter der Leitung von Stephan Tinnes glänzte in
stimmlicher Ausgewogenheit, getragen von hervorragenden Musikern ond Solisten: Veronika Pittner an
der Orgel, Mirjam und Barbara Tenge (Querflöte und Schlagwerk), Katharina Grabmaier und Sepp Strasser
(Klarinetten) Ludwig Sprüderer und Peter Pfaffenhuber (Trompeten), Monika Seitz (Fagott), Heinz
Schmidt (Kontrabass) sowie Michael Erdreich und Elisabeth Alfranseder (Schlagwerk).
Zum Gelingen trugen noch viele engagierte Leute bei, um nur die wichtigsten zul nennen: Adam Riedel
fertigte das Bühnenbild vom Stammbaum Jesu, Tanja Allgäuer nähte die authentischen Kostüme und
kümmerte sich mit Evi Zellhuber um die Maske, fürTon und Beleuchtung waren Roland Albrecht und
Hans Hüttinger zuständig.

 

Text: Monika Kleiner, Fotos: Alfred Kleiner

 

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