Hl. Oswald, der Kirchenpatron

Foto: Fredi Kleiner

Der Hl. Oswald wurde am Anfang des 7. Jahrhunderts als Sohn einer heidnischen Königsfamilie, die im Norden Englands ihre Machtbasis hatte, geboren.
Sein Vater König Aethelfrith strebte genauso wie die anderen Könige nach Ausbau seiner Macht und Ausdehnung des Herrschaftsgebietes. Diese Könige konnten nicht in Frieden miteinander leben und schreckten auch nicht vor Kriegen zurück. König Aethelfrith gelang es im Jahre 595 zwei Gebiete, die König-reiche Bernicia und Deira, zu vereinigen. Diese beiden Gebiete bildeten nun das neue Königreich Northumbria, das heißt, das Land, das nördlich des Flusses Humber liegt. Den König von Deira und dessen Sohn vertrieb er, die Tochter heiratete er. Aus der erwähnten Ehe wurde im Jahre 604 Oswald geboren.
Sein Vater führte zu dieser Zeit zahllose Kriege nach allen Richtungen. Im Jahre 616 oder 617 kam er auf dem Schlachtfeld ums Leben. Oswald und sein Bruder Oswiu hatten keinerlei Chance, das Erbe ihres Vaters anzutreten. Ein Sohn des vertriebenen Königs von Deira namens Edwin übernahm die Macht. Oswald und sein Bruder mussten das Land verlassen und flüchteten auf die Insel Iona, auf der sich ein Kloster befand, welches von einem irischen Mönch namens Columba gegründet worden war. Es war zu Oswalds Zeit ein blühendes Kloster und ein Zentrum christlicher Gelehrsamkeit. Dieses Kloster wurde von einer irischen Adelsfamilie unterstützt, die nicht gut auf Edwin und seinen Clan zu sprechen war. Oswald ließ sich in diesem Kloster taufen. Was ihn dazu bewegt hatte, weiß man nicht so genau. Man kann nur vermuten, dass Oswald, wie auch sein Bruder, in irgendeiner Weise am Klosterleben teilgenommen haben, und die geistliche Atmosphäre in Iona sie zum Christentum brachte.
Nachdem Edwin, vermutlich im Jahre 632 oder 633, im Kampf gegen verbündete Könige gefallen war, wurde der Weg für Oswald frei. Er verließ die Insel und kehrte aufs Festland zurück. Er stellte sich dem König Cadwallon von Wales, der immer weiter nach Northumbrien vorrückte, entgegen. Vor der entscheidenden Schlacht ließ Oswald ein Holzkreuz aufrichten. Der Mönch Beda berichtet darüber in seiner

 „Kirchengeschichte des englischen Volkes“. Beda berichtet weiter, dass Oswald sein Heer aufforderte, sich vor dem Kreuz niederzuknien und gemeinsam mit ihm Gott zu bitten, diese Schlacht zu gewinnen. Zeitgenossen deuteten den folgenden Sieg daraufhin, dass sich der christliche Gott gegen die heidnischen Götter als der stärkere und mächtigere dargestellt hatte und diesem nun die einzige Verehrung gebühre. Oswald wurde als neuer König anerkannt und deswegen war die Bereitschaft zur Annahme des Christentums auch recht groß. Die Missionierung war für Oswald ein besonderes Anliegen. Vom Kloster Iona, seinem Exilort, kam ein Geistlicher, Bischof Aidan, der das Evangelium verkünden, die Sakramente spenden und Klöster gründen sollte. Ihm vertraute Oswald die Missionierung seines Landes an.
Obwohl Oswald wohl der mächtigste König seiner Zeit war, blieb er stets bescheiden. Seine Aufmerksamkeit galt auch den Armen in seinem Reich.
Sein Einfluss reichte bis weit in den Süden wo das Königreich Mercien angrenzte. Es kam zu einem Konflikt mit König Penda von Mercien, der zu einer Schlacht führte. Dabei wurde Oswald am 5. August 641 getötet. Er wurde in den Augen seiner Zeitgenossen zum Märtyrer für den christlichen Glauben, da er im Kampf gegen einen Heiden fiel. Nach seinem Tod setzte sein Bruder Oswiu die Missionierung fort.
Schon bald nach seinem Tod wurde Oswald verehrt. Durch den Mönch Beda wurden seine Frömmigkeit, seine Missionsbemühungen, sowie seine Großzügigkeit und Milde übermittelt. Ebenfalls erzählt Beda über zahlreiche Wunder, die an der Stelle, wo der Hl. Oswald getötet wurde, geschehen sein sollten. Zum Beispiel, wie ein gelähmtes Mädchen an diese Stelle gebracht und sofort geheilt wurde, oder wie ein kleiner Junge, der an einer langen Fieberkrankheit litt, geheilt wurde. Die Leute begannen die als heilig geltende Erde mitzunehmen.
Als Oswald in der Schlacht getötet worden war, ließ der feindliche König Penda Kopf und Arme von der Leiche abschlagen und an Pfählen aufhängen. Erst ein Jahr später konnte Oswalds Bruder die sterblichen Überreste bergen. Mit der Verehrung des Heiligen Oswalds gelangten auch die sterblichen Überreste als Reliquien an verschiedenen Orte. Sie sind heute in ganz Europa verteilt.
Ende des 7. Jahrhunderts verbreiteten englische Klosterleute in Mitteleuropa, wie fromm und mildtätig Oswald gewesen war und wie er im Kampf gegen die Heiden fiel.
Der eigentliche Höhepunkt der Oswald-Verehrung war im 12. und 13. Jahrhundert. Zahlreiche Kirchen in ganz Europa wurden zu dieser Zeit geweiht. Warum gerade jetzt die Verehrung? Es war die Zeit der Kreuzzüge. Christliche Könige und Ritter machten sich auf in das Heilige Land, um dort die Stätten des Lebens Jesu zu erobern. Hier wurde der Heilige Oswald zum Vorbild für die Kreuzfahrer, denn auch sie kämpften gegen Heiden, so wie der Heilige Oswald.
Zu dieser Zeit bildeten sich auch viele neue Ordensgemeinschaften, so auch die Johanniter. Sie nahmen den Heiligen Oswald zum Patron. Mit den Johannitern kam auch der Heilige Oswald nach Bayern. Zuerst nach Regensburg, wo die Johanniter ein Spital gründeten. Im Spätmittelalter nahm die Verehrung des Heiligen Oswalds weiter zu.
Als die Grafen von Leonberg Marktl gründeten, erbauten sie auch eine Kirche und wählten als Patron den Hl. Oswald, der, wie berichtet, bei den vorausgegangenen Kreuzzügen zu hoher Verehrung gelangt war. Am 28.November 1297 nahm der Bischof von Chiemsee, Albert II, die Einweihung der Kirche vor.
Das Fest des Heiligen Oswald wird am 5. bzw. 9. August gefeiert. Er wird als englischer König mit Zepter, Reichsapfel, Wappen, Lilien und Löwen, auch mit Prunkgefäß und Doppelpokal, einen Raben neben sich, der einen Ring oder Brief im Schnabel hält, dargestellt. Dies bedeutet, dass bei König Oswalds Krönung das Chrisam-Öl verdorben war und es ein Rabe in versiegeltem Gefäß samt Brief brachte. Auch trägt er die Märtyrerpalme.

 

Hl. Oswald
Der Gedenktag ist am 5. August
Der Name bedeutet: Gott waltet (althochdeutsch)

König von Northumbrien, Märtyrer
* um 604 in Northumbrien
+ 5. August 642 bei Matherfelth

 

Nähere Informationen:

www.eiblmeier-marktl.de