Foto: Marta Eisensamer

 

Hl. Laurentius

Gedenktag am: 10. August
Der Name bedeutet: der Lorbeergeschmückte
oder: Mann aus Laurentum (latein.)

Diakon, Märtyrer
* in Spanien (?)
+ 10. August 258 in Rom

Laurentius war einer der sieben Diakone in der Stadt Rom, also für die Finanzen und die Sozialarbeit der Kirche von Rom zuständig.

Als der römische Bischof Sixtus II. unter dem Christenverfolger Valerian festgenommen und enthauptet wurde, war sein Diakon Laurentius der Überlieferung nach verzweifelt, dass er nicht wert erachtet wurde, diesen Tod zu teilen. Sixtus tröstete ihn mit der Verheißung, dass er ihm in drei Tagen nachfolgen werde, und erteilte ihm den Auftrag, den Kirchenschatz den Leidenden und Armen auszuteilen. Kaiser Valerian erhob An-spruch auf diese Schätze; um Laurentius zur Herausgabe zu zwingen, wurde der mehrfach gegeißelt, erbat sich jedoch drei Tage Bedenkzeit, verteilte während dieser Frist die Güter und präsentierte dann die beschenkten und christlich gewordenen Armen dem Kaiser als "die wahren Schätze der Kirche". Der erboste Valerian ließ Laurentius mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen, versuchte vergeblich ihn zum heidnischen Opferdienst zu zwingen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Selbst in diesen Qualen bewahrte er sich seinen Humor und neckte den Henker, er solle ihn auf dem Feuer wenden, der Braten sei auf der einen Seite schon gar. Sein Kerkermeister Hippolytus, durch die Standhaftigkeit des Laurentius bekehrt, begrub ihn.

Laurentius ist einer der meistverehrten Heiligen der Kirche, in Rom erhielt er fast die Bedeutung von Petrus und Paulus. Ü-ber seinem Grab wurde 330 durch Konstantin die Kirche S. Lorenzo fuori le mura in Rom errichtet, weitere 30 Kirchen in Rom sind nach ihm benannt. In der Krypta ruhen seine Ge-beine zusammen mit denen des Stephanus in einem antiken Sarkophag; die beiden gelten als die "Protomärtyrer", die besonders vorbildlichen oder Erzmärtyrer. Nach dem Sieg von Kaiser Otto I. über die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg am Laurentiustag 995 verbreitete sich sein Kult noch stärker. In Deutschland mehrten sich vom 13. Jahrhundert an die Darstellungen des besonders beliebten Märtyrers. Das Haupt von Laurentius gilt als eine der kostbarsten Reliquien überhaupt, es ruht im Tresor im Vatikan.

Laurentius ist für Bauern der erste "Herbstbruder" zum Beginn des Anbaus der Feldfrüchte des Herbstes. "Laurentiustränen" sind Sternschnuppen in den August-Nächten. "Laurentiusbrot" wurde früher gesegnet und dann an Arme, oft auch an das Vieh, verteilt. "Laurenzilorbeer", die oft meterhohe, gelbblütige Goldrute, gilt als Heilmittel für verschiedene Krankheiten. Geweihte "Laurenzikohlen" schützen vor Feuer, der "Laurentiussegen" schützt bei Feuer und bei brennenden seelischen Qualen.

Attribute: auf dem Rost, mit Geld oder Broten
Patron der Armen, Bibliothekare, Archivare, Schüler, Studenten, Köche, Konditoren Bierbrauer, Wirte, Wäscherinnen, Büglerinnen, Glasbrenner, Glaser; der Feuerwehr, der Wein-berge; für Gedeihen der Weintrauben; für die armen Seelen; gegen Feuersbrunst, Brandwunden, Augenleiden, Hexen-schuss, Ischias, Hauterkrankungen, Pest, Fieber und die Qualen des Fegefeuers

Bauernregeln: Wenn es an Laurentiustag schön und heiter ist, soll ein freundlicher Herbst folgen.

"An Laurenzi, es ist Brauch,/hört das Holz zu wachsen auf."
"Ist Lorenz und auch Bertl schön,/wird der Herbst gar gut ausgehn."
"Laurentius im Sonnenschein,/wird der Herbst gesegnet sein."
"Kommt St. Lorenz mit heißem Hauch/füllt er dem Winzer Fass und Bauch."
"Sollen Trauben und Obst sich mehren,/müssen mit Lorenz die Gewitter aufhören."
"Wenns an Laurenzius und Bartholomäus schön ist, wird es auch im Herbst so."
"Wie Lorenz und Barthel sind,/wird der Winter - rau oder lind."
"Regnet's am St.-Laurenz-Tag,/gibt es große Mäuseplag."