Die Sakramente der Kirche sind Zeichen der Gegenwart Gottes und seines Wirkens in der Kirche und am Einzelnen. Sie sind Zeichen, Himmel und Erde sich berühren. Im Lauf der Kirchengeschichte haben sich die sieben Sakramente herausgebildet:

 

Taufe

Firmung

Eucharistie

Buße

Krankensalbung

Weihesakrament (Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe)

Ehe

 

Sie dienen der Einführung des Menschen in die Gemeinschaft der Kirche. Deshalb nennen wir Taufe, Eucharistie und Firmung Initiationssakramente.

Buße und Krankensalbung dienen zur Heilung. Das Weihesakrament und die Ehe schließlich beauftragen zu einem besonderen Dienst.

 

Sakramente wirken nicht automatisch, sondern sind ein Geschenk Gottes an uns Menschen und es liegt an ihm wie dieses Sakrament wirkt.

Die Sakramente spendet jemand, der ein Weihesakrament empfangen hat, also ein Bischof, Priester oder Diakon. Die Taufe darf im Notfall jeder Mensch spenden, das Sakrament der Ehe spenden sich die Brautleute gegenseitig, der Priester oder Diakon assistiert dabei und segnet sie. Die Weihesakramente werden vom Bischof gespendet, ebenso, mit Ausnahmen, die Firmung. Die Eucharistie, die Buße und die Krankensalbung wird vom Bischof oder Priester gefeiert.

 

1. Taufe

 

Die Taufe wird in der Regel im ersten Lebensjahr eines Kindes gespendet.

Wer ein Kind zur Taufe anmelden will, muss rechtzeitig einen Termin im Pfarrbüro vereinbaren.

Getauft wird in der Regel in der Pfarrkirche während des Pfarrgottesdienstes, wenn das nicht möglich ist, kann nach Absprache mit dem Pfarrer ein anderer Termin vereinbart werdden.

Bedenken Sie bitte dass die Taufe die Eingliederung eines Menschen in die bestehende Gemeinschaft der Kirche darstellt, sie soll also keine private Familienfeier sein.

 

Nach der Vereinbarung eines Termines wird der Pfarrer Kontakt mit Ihnen aufnehmen und ein Taufgespräch vereinbaren, das in der Regel zu Hause bei den Eltern stattfindet.

 

Sie können sich entscheiden, ob Sie Ihr Kind durch Übergießen mit Wasser taufen lassen wollen oder durch Eintauchen.

 

Zur Taufe wird eine Taufkerze benötigt, ein Taufkleid ist vorhanden. Selbstverständlich kann ein eigenes Taufkleid nach der Taufe dem Täufling angezogen werden.

 

Natürlich können sich auch Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene zur Taufe anmelden.

 

Beachten Sie: Der oder die Taufpaten müssen selbst getaufte und gefirmte Christen sein und der Kirche angehören.

 

2. Buße

 

Das Sakrament der Buße kann jederzeit nach Vereinbarung empfangen werden, als Ohrenbeichte im Beichtstuhl oder als Beichtgespräch.

Regelmäßige Beichtzeiten werden in der Adventszeit und in der Fastenzeit angeboten. Die Zeiten können Sie den Pfarrnachrichten entnehmen, die monatlich erscheinen und in der Kirche hinten am Schriftenstand aufliegen. Das Jahresabo beträgt z.Zt. 5,00 €.

 

3. Eucharistie

 

Der Höhepunkt und Mittelpunkt einer feiernden Gemeinde ist die Eucharistie. Die Zeiten entnehmen Sie auch den Pfarrnachrichten.

Zur ersten Heiligen Kommunion werden die Kinder der 3. Klasse geführt, wenn sie sich dazu anmelden und die Vorbereitung mitmachen wollen.

In der Regel findet in der Zeit Oktober/November ein Elternabend statt, bei dem über alle Fragen der Erstkommunion gesprochen wird.

 

Die Vorbereitung findet in der Schule und in außerschulischen Gruppen statt.

Der Termin ist für Marktl immer der Sonntag vor Pfingsten, für Stammham vierzehn Tage vor Pfingsten.

 

Die Kinder brauchen keine Kommunionkerze und kein aufwändiges Erstkommunionkleid. Die Kerze basteln die Kinder selbst, die Kommunionalben können Sie von der Pfarrei gegen eine geringe Gebühr ausgeliehen werden.

 

4. Die Firmung

 

Zu Firmung werden die Kinder ab der 6. Klassen eingeladen. Nach einer Aufforderung in der Presse und in den Pfarrnachrichten, müssen sich diejenigen Kinder, die gefirmt werden wollen, im den Pfarrbüros anmelden.

 

Sie werden in außerschulischen Firmgruppen auf dieses Sakrament vorbereitet. Die Firmung findet abwechselnd in Marktl und Stammham statt.

Der Firmtermin wird jedes Jahr vom Firmspender festgelegt und mitgeteilt. Er wird veröffentlicht, sobald er bekannt ist.

 

Beachten Sie: Fimpate kann nur sein, wer selbst getauft und gefirmt ist und der Kirche angehört. Auch die Eltern sind dafür nicht geeignet.

 

5. Die Trauung

           

Haben Sie sich für eine kirchliche Trauung entschieden, sollten Sie sich baldmöglichst mit dem Pfarramt der Gemeinde in Verbindung setzen, in der Sie oder Ihr Partner/Ihre Partnerin wohnen.

Im Gespräch mit dem Seelsorger werden die zwei wichtigsten Termine festgelegt werden: Der Hochzeitstermin und der Zeitpunkt für das Traugespräch.

Unbedingt soll diese Rücksprache vor der endgültigen Festlegung des Hochzeitstermins erfolgen, um z.B. Terminüberschneidungen zu vermeiden. Möglicherweise sind auch noch Fragen zu erörtern, deren Klärung Voraussetzung für eine kirchliche Trauung ist.

Die Trauung findet im Regelfall vor dem Ortspfarrer statt. Es ist aber auch möglich, einen anderen Priester oder Diakon anzusprechen, der Ihnen bekannt ist.

Wenn die Trauung nicht in Ihrem Wohnort stattfindet, sollten Sie sich möglichst frühzeitig auch mit dem Pfarrer in Verbindung setzen, zu dessen Pfarrei die Traukirche gehört.

Wollen Sie Ihre Trauung in einer Klosterkirche feiern, ist die Kontaktaufnahme mit der betreffenden Ordensgemeinschaft notwenig.

Taufzeugnis

Von beiden Partnern ist ein Nachweis nötig, aus dem hervorgeht, dass sie ledig bzw. zur Trauung berechtigt sind. Ein Auszug aus dem elterlichen Familienstammbuch genügt deshalb nicht.

Für den katholischen Partner ist dieser Nachweis der Taufschein, der nicht älter als 6 Monate (zum Zeitpunkt der Trauung) sein darf. Sie erhalten den Taufschein in der Regel in der Pfarrei, in der Sie getauft wurden. Einige größere Städte registrieren Taufen auch zentral. Bei Fragen hilft Ihnen Ihr Pfarramt.

Für evangelische Partner erfolgt dieser Ledigenstandsnachweis durch eine amtliche Bescheinigung, durch ein Zeugnis der Eltern oder durch eine eidesstattliche Erklärung des oder der Betroffenen.

 

Traugespräch

Das Traugespräch dient zunächst dazu, dass Brautpaar und Seelsorger sich kennenlernen.

Persönliche Fragen können angesprochen werden, z.B. Glaubensfragen, Probleme mit der Kirche usw. In der Regel werden auch der Traugottesdienst, sein Aufbau und die Möglichkeiten einer Gestaltung besprochen.

Da die kirchliche Heirat auch ein Rechtsakt ist, werden vom Seelsorger bestimmte Inhalte, z.B. das Eheverständnis der katholischen und gegebenenfalls der evangelischen Kirche, angesprochen. Ebenso wird das "Ehevorbereitungsprotokoll" ausgefüllt.

Zu diesem Protokoll gehört die Aufnahme der Personalien, die Frage nach eventuellen Ehehindernissen, die Frage nach der Freiwilligkeit der Eheschließung oder, im Anschluss an die Erläuterung des kirchlichen Eheverständnisses und die Erfordernisse eines gültigen Ehewillens, die Frage nach dem beiderseitigen Einverständnis.

Die Kirchen erwartet, dass Sie Ihre Kinder taufen lassen und religiös erziehen. In konfessionsverschiedenen Ehen soll dies im Respekt vor dem jeweils anderen Glauben der Eltern geschehen. Die Frage der Taufe eventueller Kinder ist deshalb ebenfalls ein Thema des Traugesprächs.

Die Teilnahme an dem Traugespräch mit dem Ausfüllen des Ehevorbereitungsprotokolls ist verpflichtend, der Besuch eines Eheseminars wird dringend empfohlen.


Aufgebot

Die öffentliche Ankündigung einer beabsichtigten Eheschließung dient dazu, herauszufinden, ob nicht doch Ehehindernisse vorliegen, die verhindern, dass eine gültige Ehe geschlossen wird. Die Ankündigung erfolgt an den gegenwärtigen Wohnsitzen durch Aushang oder Vermeldung im Sonntagsgottesdienst.

 

Zivile Eheschließung

Auch nach Änderung des Personenstandsgesetzes zum 1.1.2009 wird im Regelfall an der zivilen Eheschließung als Voraussetzung für die krichliche Eheschließung festgehalten.

 

Brautleutetag

Wenn Sie sich zur Heirat entschlossen haben, finden Sie im Bistum Passau Angebote für verschiedene Formen von Ehekursen.

Hier können Sie Ideen und Hilfen für den Traugottesdienst bekommen, sich austauschen darüber, was Ihnen Ihr Glaube im Blick auf Ihre Ehe bedeutet, sich mit dem kirchlichen Eheverständnis vertraut machen, noch einmal Ihr Verständnis von Partnerschaft miteinander bedenken und besprechen und schließlich: sich im Vorbereitungs- und Organisationsstress Ihrer Hochzeit einmal Zeit für sich selbst nehmen.

 

Im Mittelpunkt stehen dabei das Gespräch und der Austausch mit anderen Paaren und den Kursleitern/innen.

Die Kurse finden in unterschiedlichen Formen statt:

als ein- oder mehrtägiges Abendseminar, als Tagesveranstaltung (meist samstags) oder als Wochenendkurs.

Angeboten werden sie von Katholischen Bildungswerken.

 

Den Traugottesdienst mitgestalten

Paare, die kirchlich heiraten wollen, wünschen sich fast ausnahmslos, dass ihre Hochzeit für sie selbst und für die Mitfeiernden zu einem großen und starken Erlebnis wird, dass in der Feier zur Sprache kommen kann, was sie bewegt und was sie sich voneinander und von Gott erhoffen.

Viele Paare sind deshalb interessiert, an der Vorbereitung und Gestaltung der Traufeier mitzuwirken und Freunde und Verwandte zum Mittun in der Feier einzuladen.

Die kirchliche Ordung der Trauliturgie sieht deshalb vor, dass das Brautpaar bestimmte Elemente des Gottesdienstes in Absprache mit dem Trauseelsorger selbst gestalten bzw. aus einer Anzahl vorgegebener Texte einen Text auswählen kann.

 

Lieder für den Traugottesdienst

Die Musik beim Traugottesdienst ist oft problematisch, vor allem dann, wenn Stücke ausgesucht und vorgetragen werden, die für eine liturgische Feier, also für den Gottesdienst nicht geeignet sind. Sie sollten einen erfahrenen Organist, Chorleiter oder Jugendchorleiter zu Rate ziehen.

Zu folgenden Teilen können Lieder gesungen werden. Dabei ist es sinnvolle, dass auch die ganze mitfeiernde Gemeinde wenigstens ein oder zwei Lieder mitsingt.

Einzug

Eröffnungsgesang

Kyrie/Herr, erbarme dich

Gloria/Ehre sei Gott

Antwortgesang

Trauung (nach dem Feierlichen Trauungssegen)

Gabenbereitung

Sanctus/Heilig

Agnus Dei/Lamm Gottes

Kommunion

Dank nach der Kommunion

Auszug

 

6. Krankensalbung

 

Wenn jemand (schwer) krank ist oder vor einer Operation sich Gott anvertrauen möchte, der kann dieses Sakrament empfangen. Scheuen Sie sich nicht und rufen Sie einfach im Pfarrbüro oder den Pfarrer selbst an.

Krankensalbung ist keine "Letzte Ölung", wie man in früheren Zeiten dazu gesagt hat, die nur unmittelbar vor dem Tod gespendet wird. Sie ist Stärkung und "geistliche Medizin" in einer schweren Krankheit.

 

7. Sakramentalien

 

Es gibt in der Kirche gottesdienstliche Feiern, die keine Sakramente sind, weil sie nicht zu den sieben Sakramenten gehören, die aber dennoch wichtig sind, z.B. Beerdigungsfeiern, Segensfeiern, Prozessionen usw.

Sie sollen zum Ausdruck bringen, dass Gott sich uns zuwendet in allen möglichen Lebenssituationen.

 

Beerdigung

 

Wenn der Todesfall eingetreten ist, dann rufen Sie bitte den Pfarrer an.

Ist der Tod gerade erst eingetreten wird er nach Möglichkeit kommen, um die Sterbegebete über den Verstorbenen zu sprechen. Dann werden, in Absprache mit dem Beerdigungsunternehmen zwei Termine vereinbart: die sog. Aussegnung am Leichenhaus und die Beerdigung.

Der Pfarrer wird in aller Regel zu Ihnen nach Hause zu einem Kondolenzbesuch und Trauergespräch kommen, bei dem einige Daten des Verstorbenen für die Ansprache erfragt werden.

Beachten Sie bitte, dass im Pfarrverband Marktl und Stammham auf allen vier Friedhöfen ein Vertrag mit einem in der nähe liegenden Beerdigungsinstitut besteht. Zur Zeit ist dies die Firma Forstenpointner in Burghausen.

 

Segnungen

 

Wenn Sie möchten, dass Sie selbst, Ihr Haus oder die Wohnung, das Auto oder sonst ein Gegenstand gesegnet wird, vereinbaren Sie einfach einen Termin.