Geschichte der Pfarrei Marktl

Foto: Alfred Kleiner

Die Pfarreien im oberbayerischen Teil des Bistums Passau, also auch Stammham bzw. die spätere Pfarrei Marktl gehörten bis zum Jahre l803 zum Bistum Salzburg. Im Jahre l297 wurde das erste Gotteshaus eingeweiht, das vom Leonberger Grafen Berengar III. gestiftet wurde. Marktl wurde von der Pfarrei Stammham pastoriert, das heißt seelsorgerlich betreut und war bis zum Jahre l851 eine von mehreren Filialen der Pfarrei Stammham. Der Stammhamer Pfarrbezirk war sehr ausgedehnt.

Zu ihm gehörten als Außenstellen: Marktl - Julbach - Eiberg - Reut - Tann - Noppling, Taubenbach .

Der Schifferort Marktl (noch heute gibt es in der Pfarrei mehrere Familien mit dem Namen Schifferer) wurde bereits im Jahre l422 zum Markt erhoben, aber erst im Jahre l851 eine eigene Pfarrei. Die Herzog-Heinrich-Straße (nördlich der Bahnlinie Mühldorf - Simbach) in Marktl weist darauf hin, dass Marktl im Jahre l422 von Herzog Heinrich VII. von Bayern zum Markt erhoben wurde. Dass Marktl zum Markt erhoben wurde, verdankt es der Schifffahrt.

Die Pfarrei Marktl bildet zusammen mit der Pfarrei Stammham den nördlichsten Teil des Dekanates Burghausen. Der Pfarrei Marktl gehören ca. 2000 Personen an.

Im Jahre l297 erfolgte die Einweihung des ersten Gotteshauses, gestiftet vom Leonberger Grafen Berengar III. Am 11. August l701 brannte mit dem größten Teil des Marktes, auch die St. Oswald-Kirche nieder. Auch der größte Teil der Einrichtung ist mitverbrannt. Die kriegerischen Ereignisse in der Zeit von l704 - l715 hemmten immer wieder die Wiederaufbauarbeiten.

In den Jahren l854-1957 wurde die barocke Kirche (erbaut in Jahren l704 -l715) abgetragen, um einem größeren Gotteshaus Platz zu machen. Beim Neubau wurde von der bisherigen Kirche der Turm mit zwei Aufbauten stehen gelassen. Damit aber der Turm zur neuen Kirche besser passte, hat man ihn um ein Stockwerk erhöht. Er ist dadurch aber zu „dünn“ geworden.

Den Bau der neuen Kirche (1854 - 1857) ermöglichte der damalige Passauer Bischof Heinrich Hofstetter aus Mitteln reicher Kirchenstiftungen. Bischof Hofstetter hatte eine besondere Vorliebe für die Neugotik. Freilich haben auch die Marktier ihr Scherflein zum Neubau der neugotischen Kirche beigetragen. Der Konsekrationstag der neugotischen St. Oswald-Pfarrkirche war der 4. November 1857. Dieser Freudentag war aber etwas getrübt, weil der Bischof den Marktlern nicht zu Willen war. Er weihte die Kirche dem alten Patron, dem hl. Märtyrerkönig St. Oswald. Die Marktier hatten an die Bischöfliche Curie die Bitte eingereicht, die neue Kirche der Hl. Mutter Anna zu weihen. Diese Abweisung ihrer Bitte beantworteten die Seelsorger von Marktl, wohl auf Veranlassung der Pfarrangehörigen, damit, dass die Pfarrmesse an den Sonn- und Feiertagen bis herauf in die 90er Jahre nicht auf dem Hochaltar „in honorem S. Oswaldi“, sondern auf dem Seitenaltar, der Hl. Mutter Anna geweiht, gefeiert wurde.

Der neugotische Hochaltar und der Taufstein, über dem am Karsamstag, den 16. April um 04.15 Uhr Joseh Aloisius Ratzinger, der spätere und jetzt emeritierte Papst Benedikt XVI. getauft wurde, stammen von Anselm Sickinger.

1965 wurde unter Pfarrer Karl Dussl 1961 - 1970 die in den Jahren 1854 - 1857 gebaute neugotische Kirche abgebrochen. Es blieb nur mehr der Altarraum mit dem neu gotischen Altar stehen, ebenso der Turm. Anstelle der neugotischen Kirche wurde ein moderner Zweckbau errichtet. Architekt war der damalige Diözesanbaumeister Alfons Hornsteiner.

An die neue Kirche wurde ein kleines Pfarrzentrum angebaut.

Bischof Simon Konrad Landersdorfer von Passau konsekrierte den neuen Volksaltar am 3. Juli 1966.

l972 wurde die Kirche innen und außen renoviert, l975 der Turm und 1972 und 1995 noch einmal das Innere der Pfarrkirche. Der Wandteppich und das Farbkonzept stammen vom Stammhamer Kirchenmaler Erich Horndasch (1926-2010)

Das wertvollste Stück, eine Madonna, stammt um 1550 n.Chr.

 

Die Kirche hat ca. 350 Sitzplätze und drei Stahlglocken. 

 

Weitere Kirchen und Kapellen:

 

Filialkirche St. Nikolaus in Bergham, Kapelle im Antoiniushaus und Kapellen in Loh, Aiching, Oberpiesing und Neuhaus.